Ein Spielbericht aus Sicht eines W&O-Reporters (#31) gespickt mit Ergänzung eines Rangers (#91)
Nachdem man in der Hinrunde zu Hause gegen Schaffhausen über die Verlängerung gehen musste, war man für das Rückspiel im grossen Hallenkomplex der Kadetten Schaffhausen gewarnt und wollte das Spiel bereits in der regulären Zeit auf die Grabser Seite bringen. Dies gelang den Rangers weitgehend – doch von einem wirklich guten Spiel wollte dennoch niemand sprechen.
Wahrlich eine richtig geile Halle. Die Kadetten haben alles, was man sich wünschen kann. Mehrere 3-fach Hallen, unendlich viele Garderoben und eine Bar direkt im Komplex. Das gesamt Gebäude ist so gross, dass sich die Rangers nur in Gruppen bewegen durften. Zu gross war die Gefahr, dass einer in den unzähligen Gängen verloren ging. Trotzdem war man sich bereits vor dem Spiel einig: „Esöä e Halle brüchtis bi üs in Grabs scho lang!“
Das Spiel startete sehr verhalten und es schien als müssten sich die beiden Teams noch an das Spielfeld gewöhnen, da das Warm-Up noch in einer anderen Halle stattgefunden hatte. So wollte im ersten Drittel kaum etwas Sehenswertes passieren. Weder die Grabser noch die Schaffhauser kamen zu wirklich zwingenden Chancen und so stand es am Ende des Drittels 1:0 für die Gäste aus Grabs. Lukas Vetsch konnte kurz vor Schluss im Getümmel den Überblick behalten und auf Vorbereitung von Manuel Ottiger zum ersten Torerfolg einschieben.
Lukas, Lukas, Lukas! Sagt selber von sich, dass er lieber verteidigt statt Tore zu schiessen, doch ist der mit Abstand produktivste Verteidiger. Understatement pur! Ansonsten war das Drittel wirklich arm an Höhepunkten. Einzig Otti verzauberte die anwesenden Rangerfans (die Rüeggers fanden sozusagen auf der Spielerbank platzt und Mama Oberholzer feuerte ihren Stephan an, welcher zum ersten Mal bei den Herren mittun durfte) mit wilden Dribblings.
In der Pause wurde dann vom Coaching Staff rund um Tobias Frehner und dem immer noch verletzten Hans Sturzenegger noch mehr Einsatz und Wille gefordert. «Wenn wir uns gegen diese Mann-Mann-Deckung behaupten wollen, müssen wir einfach noch eine Schippe drauflegen und sicherlich auch mehr Laufbereitschaft zeigen.», ist sich das Trainerteam einig. Nach einem frühen Tor im zweiten Drittel durch Christoph Britschgi konnten die Grabser dann zwar um ein Tor erhöhen – so richtig zufriedenstellend war die Leistung der Rangers jedoch immer noch nicht. So konnte der Gegner kurz darauf auch tatsächlich den Anschlusstreffer zum 2:1 erzielen, ehe Remo Tischhauser, auf Pass von Rolf Rüegger, mit seinem Tor wieder für etwas Luft sorgen konnte.
Vom Verteidiger zum Top, dann wieder zurück und schliesslich trotzdem als Top gespielt. Keine einfache Situation für Britschgi im Laufe dieser Saison. Er spielt dort wo’s ihn braucht und gegen die Kadetten bewies er, dass er es kann! Das 2:0 erzielt und ansonsten einen riesigen Kampfgeist an den Tag gelegt. Auch wenn er nach dem Spiel schmunzelnd meinte: „Ha enart me Verteidiger gspielt als Top, aber isch jo guet gange!“ – und deshalb auch der verdiente neue Besitzer von Max.
Im letzten Spielabschnitt starteten die Rangers dann komplett anders ins Spiel und konnten die Gegner nun endlich zu ihren Fehlern zwingen. Innert kurzer Zeit konnten folglich erneut Tischhauser auf Pass von seinem Bruder, Andreas, und kurz darauf Sandro Schmid assistiert durch Captain Robert Gantenbein zum 5:1 erhöhen. Das Spiel schien nun schon fast entschieden. Spätestens in der 53. Minute, als Remo Tischhauser mittels Penalty auf 6:1 erhöhte, schien die Sache dann gegessen. Dass die Gegner kurz vor Abpfiff noch zu ihrem zweiten Treffer kommen konnten, störte am Schluss dann jedoch niemanden mehr allzu gross. «Dass wir gewonnen haben ist gut – wie wir es gemacht haben, naja… In den beiden verbleibenden Ligaspielen muss da sicherlich noch mehr kommen!», ist sich Trainerstaff und die Mannschaft einig und freuen sich bereits auf die beiden noch verbleibenden Spiele.
Höhepunkt des letzten Drittels: Remo verwandelt den ersten Penalty der Rangers in dieser Saison! Endlich, geht ja! Irgendetwas muss Remo also bei den Liechtensteiner gelernt haben…ansonsten spielte Remo unauffällig. Drei Tore – business as usual.
Mit der Einwechslung von dem U21-Goalie Luca kurz vor Schluss kam ein weiterer Spieler zu seinem Herrendebüt. „I bi wohrschindli no nie eso nervös gsi i mim Lebä“, sagte Luca nach seinem Kurzeinsatz.
22:21 Uhr Teamchat – Herren 2.Liga GF:
Die annere hoggen no amene Bier und essen!
….und die anderen warteten im Bus auf die Abfahrt. So entschieden sich alle Rangers noch in die Beiz zu gehen und die wichtige Kohlenhydrataufnahme direkt nach dem Match mit Bagels und Bier vorzunehmen. „Hmmm… schöä esoä e Bar… do högglen mir ez gad no e biz…hmmm“.
Einige Zeit später war dann der Hunger und Durst gestillt und Kramer konnte das Büssli starten. Nun gings erst richtig los. Niemand füllte sich zuständig den Part als DJ zu übernehmen. Zudem weigerte Yannik sich, seinen Sitz freizugeben um die Box, zwecks bessere Raumbeschallung, auf seinem Sitz zu platzieren. Nach fünf musiklosen Fahrtminuten gingen die ersten Unmutsbekundungen durch den Bus: „Musigg!!“ „Muuuuussigg!! Woo!!!“ „I köäre nüt!!“ „Yannik mach mol…“ „Nei!“ Nach weiteren Minuten klappte es dann mit der Musik, doch die DJ’s versagen reihenweise… „Hans, du bisch genau gliech schlecht als DJ wie als Coach…“, „Yannik nid nu Kuschelrock“, „Machen Schlager, denn chame mitgröhle“, so die Meinung der Businsassen. Erst als Remo übernahm, wurde ein allgemein tauglicher Musikstil gefunden. Da aber die besten Tage unserer Musikbox vorbei sind und Yannik seinen Platz immer noch nicht freigab, war die Lautstärke der nächste Diskussionspunkt: „Ez machen mol die Musig lüter!“, meinte der vordere Busteil, während der mittlere Busteil dem Gehörschaden nahe war.
Erst im McDonald kurz vor 1 Uhr in St. Margarethen versöhnten sich alle Rangers und feierten bei BigMac, Cheeseburger und Chicken Nuggets ihren Sieg.
Das Interview mit Dave Müller